Das nordkoreanische Regime entstand im Jahr 1948. Allerdings wurde das gesamte Staatsgebilde erst im Jahr 1961 vervollständigt. Kurz nach der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft wurde das Land in Nord und Süd geteilt und die Lage verschlimmerte sich so sehr, dass es sogar zum Krieg kam. Trotz alledem sicherte sich eine Gruppe von Machthabern um Kim Il Song im Norden die Macht. Die Partei, die Administration und verschiedene soziale Organisationen etablierten sich und die Produktionsindustrie entwickelte sich rasant. Zu dieser Zeit fand der vierte Parteitag statt (11.09-18.09.1961) und wurde sogar »Tag der Sieger« genannt. Voller Stolz wurden Delegationen aus verschiedenen Ländern eingeladen.
Bereits damals hatte die nordkoreanische Wissenschaft und Technik bedeutende Forschungsergebnisse vorzuweisen, darunter zum Beispiel Ri Sung-Gis Vinylon, Ma Hyun Oks Pfeilwurzfaser, Ryeo Kyung-Gus Aufbau einer Vinylchlorid-Fabrik, Han Hong-Siks erfolgreiche Gaserzeugung von Anthrazits, Joo Jong-Myeongs Hamchul Koks, sowie Ri Jae-Eubs Herstellung von synthetischem Gummi. Darüber hinaus war man in der Lage Bagger, Abschleppwagen und Bulldozer erfolgreich eigenständig herzustellen, obgleich dies nur durch den Nachbau sowjetischer Produkte möglich war. Solche technologischen Forschungsergebnisse waren nicht nur von wissenschaftstechnologischer, sondern auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung.
Grundlage dieses Erfolges war die politische Unterstützung durch die nordkoreanische Führung, die sich für die Entwicklung wissenschaftlicher Technologien einsetzte. Die nordkoreanische Führung betrachtete die Entwicklung wissenschaftlicher Technologien als essentiell für die Steigerung der wirtschaftlichen Produktivität. Seit der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft wurde der Bereich der wissenschaftlichen Technologie daher politisch priorisiert. Menschen mit einer technischen Begabung wurden, egal welche Herkunft sie hatten, immer bevorzugt.
Technologische Einrichtungen wurden schnellstmöglich gegründet und wissenschaftliche Aktivitäten wurden systematisch entwickelt. Daher existierte bereits ein eigenes wissenschaftstechnologisches System während der Gründungsphase des nordkoreanischen Staates, das verschiedene technologische Erfolge aufweisen konnte.
Aber wie war die nordkoreanische Politik bezüglich der Wissenschaft und Technik aufgebaut und welche Besonderheiten gab es während der Gründungsphase des nordkoreanischen Staates? Dieser Artikel beschreibt die Besonderheiten der nordkoreanischen Politik für Forschung im Bereich Wissenschaft und Technik. Es wird gezeigt, welchen Einfluss zunächst Japan und dann die Sowjetunion auf Nordkorea hatten und wie Nordkorea im Zuge der Befreiung von diesem Einfluss sein eigenes System für Wissenschaft und Technologie aufbaute.
Stand der nordkoreanischen Technologie nach dem Ende der japanischen Kolonialherrschaft
Aufgrund der lang andauernden japanischen Kolonialherrschaft war der Stand der nordkoreanischen Technologie direkt nach der Befreiung sehr schlecht. Es mangelte an Wissenschaftlern1 In diesem Artikel wird das generische Maskulinum der Originalübersetzung beibehalten. und es gab auch kaum Institutionen für Forschung und Bildung. Direkt nach der Befreiung gab es in Nord- und Südkorea insgesamt nur 400 Wissenschaftler, die einen akademischen Grad besaßen. Von diesen befanden sich nur ein paar Dutzend in Nordkorea. Darüber hinaus gab es in Nordkorea keine einzige technische Universität, sondern nur vereinzelte Hochschulen, wie zum Beispiel die Technische Hochschule und die Hochschule der Medizin in Pyongyang.
Der Grund des Mangels an Technikern und Wissenschaftlern direkt nach der Befreiung war die ethnische Präferenz der japanischen Kolonialherren im Rahmen der Ausbildung der industriellen Fachschaft. Unter der japanischen Herrschaft wurden Koreaner auf verschiedenste Weisen davon abgehalten, eine höhere Bildung zu erhalten. Zum Beispiel gab es kaum Universitäten, an denen studiert werden konnte. Das Bildungssystem war darauf ausgerichtet, einen Großteil der koreanischen Bevölkerung lediglich als einfache Arbeitskräfte auszubilden. Daher wurden an Produktionsorten, an denen Technologie und Wissenschaft zur Anwendung kamen, vorwiegend Japaner eingestellt. Der koreanischen Bevölkerung wurden nur einfache Aufgaben überlassen.
Eine der wenigen Vorteile der nordkoreanischen Gebiete war, dass es im Vergleich zum Süden relativ viele Produktionsanlagen für chemische Schwerindustrie gab. Laut einer Studie zum japanischen Kapital im Ausland direkt nach der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft waren 83.1% des Kapitals, das in die Schwerindustrie in Korea investiert wurde, im Norden angesiedelt, wohingegen 76.8% des Kapitals, das in die Leichtindustrie investiert wurde, im Süden lag. Da die chemische Schwerindustrie im Vergleich zur Leichtindustrie stärker auf technologischen Fortschritt angewiesen ist, hätte dies einen Standortvorteil für Nordkorea bedeuten können. Da es aber kaum Fachkräfte gab, war weder der Normalbetrieb der Produktionsanlagen in der Schwerindustrie noch eine darüber hinausgehende Weiterentwicklung der Anlagen möglich.
Die Teilung nach der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft trug dann noch weiter zu einer wesentlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Situation in Nordkorea bei. Der Fachkräftemangel verschlimmerte sich dadurch, dass eine Vielzahl der wenigen nordkoreanischen Wissenschaftler in den Süden ging und die nordkoreanische Wirtschaft, die von der südkoreanischen Agrar- und Leichtindustrie abhängig war, stagnierte. Daher war die wirtschaftliche Hilfe der Sowjetunion notwendig, um die Schwierigkeiten nach der Teilung zu überwinden.
Heraustreten aus dem japanischen Einflussbereich
Die Priorität für Nordkorea war, Arbeitskräfte sicherzustellen, um Technologien zu entwickeln. Um die Anlagen der chemischen Schwerindustrie betreiben zu können, waren qualifizierte Arbeitskräfte vonnöten. Eine grundlegende Maßnahme dafür war, die wissenschaftlichen Ausbildungsstätten zu vergrößern.
Somit begann der aktive Aufbau von Universitäten, um eine hochqualitative technische Ausbildung zu ermöglichen. Die Kim Il-Sung Universität wurde gegründet, um sich von dem japanischen Bildungseinfluss zu befreien. Sie wurde als erste Universität in Nordkorea am 1. Oktober 1946 offiziell eröffnet, nachdem die Planung dafür nach der Befreiung im November 1945 begonnen hatte.
Neben der Kim Il-Sung Universität war die Heungnam-Universität eine eigenständige technische Universität, deren Hauptrolle es war, hochqualifizierte technische Wissenschaftler zu fördern. Sie wurde am 15. September 1947 als die erste technische Universität in Nordkorea im Gebiet Heungnam gegründet, in dem sich die größte Industriezone befand, um die nötigen Fachkräfte und technischen Mitarbeiter für die Arbeit in den Produktionsstätten der chemischen Schwerindustrie auszubilden. Die Universität wurde schnell eröffnet, um sich zu dieser Zeit in Südkorea befindende Wissenschaftler anzulocken.
Die einfachste Art, Arbeitskräfte zu fördern, ist die Einrichtung von Bildungsstätten. Der Nachteil war jedoch, dass es lange dauert. Zu dieser Zeit wurden sofort einsetzbare Arbeitskräfte in Nordkorea gebraucht. Daher wurde die Politik aktiv, um die bereits vorhandenen Wissenschaftler in Nordkorea zu halten. Weil die meisten hochqualifizierten Wissenschaftler im Süden waren, nahmen Maßnahmen, diese in den Norden zu locken, eine zentrale Rolle ein. Außerdem wurden alle Menschen, die auch nur eine geringe wissenschaftliche Bildung vorweisen konnten, ausfindig gemacht und angestellt. Sogar kooperationsbereite Japaner wurden aktiv angeworben.
Die Maßnahmen, um Wissenschaftler aus dem Süden in den Norden zu bringen, fanden jedoch heimlich statt. Dabei spielte der Präsident der Technischen Universität Heungnam eine wichtige Rolle. Zu dieser Zeit schlug eine Aktion der amerikanischen Militärverwaltung im Süden hohe Wellen in der Gesellschaft, bei der verschiedene Hochschulen gezwungenermaßen zur Nationaluniversität Seoul vereinigt wurden. Viele Wissenschaftler im Süden wendeten sich gegen die amerikanische Militärverwaltung, was dazu führte, dass die Maßnahmen, um Wissenschaftler in den Norden zu bringen, problemlos durchgeführt werden konnten. Den vom Lehrdienst suspendierten Wissenschaftlern in Südkorea wurde ein unausschlagbares Angebot gemacht. Ihnen wurde ein Lehrstuhl an der Technischen Universität Heungnam versprochen sowie ein Labor, wo sie in einem sicheren Umfeld ihren Studien nachgehen konnten. Die Maßnahmen, die im Jahr 1946 begannen, wurden durch den Aufbau von unabhängigen Regierungen im Norden und Süden unterbrochen und erst 1950 mit dem Ausbruch des Krieges wieder aufgenommen. Infolgedessen ging die Anzahl der hochqualifizierten Wissenschaftler, die vor der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft noch sehr klein gewesen war, in die Hunderte. Diese Akademiker nahmen später in der Wissenschaft Nordkoreas eine tragende Rolle ein.
Sowjetischer Einfluss
Unmittelbar nach der Befreiung hatte die Sowjetunion einen großen Einfluss auf Nordkoreas Wissenschaft und Technologie. Vor allem bot die Sowjetunion nordkoreanischen Studenten die Möglichkeit, sich wissenschaftlich und technologisch weiterzubilden. Seit der Eröffnung der Kim Il-Sung-Universität 1946 gingen knapp 300 nordkoreanische Studenten in die Sowjetunion. Zudem erhielt Nordkorea eine Vielzahl an wissenschaftlicher Literatur und technologischen Apparaturen aus der Sowjetunion. Vor diesem Hintergrund wurde auch das Hochschulsystem nach sowjetischem Vorbild umstrukturiert. Diese Tendenz wurde auch bei der Organisation der wissenschaftlich-technischen Forschungsinstitute angewendet. So beruhte der Name des Vorbereitungskomitees der Koreanischen Akademie der Wissenschaften auf dem Vorbild der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften.
Die Unterstützung der Sowjetunion spielte außerdem eine wichtige Rolle bei der Normalisierung der Produktionsanlagen für die Schwerchemie. Im Gegensatz zu den Japanern gaben sie damit angewandtes Wissen direkt an die koreanischen Wissenschaftler weiter. Darüber hinaus wurden verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Ausbruch des Koreakrieges 1950 führte jedoch zu erheblichen Rückschritten in der technologischen Entwicklung. Im Falle Nordkoreas war vor allem der Schaden an den Industrieanlagen groß: 1951 betrug der Gesamtwert der industriellen Produktion von Staats- und Genossenschaftsverbänden nur 46,6% gegenüber 1949. Paradoxerweise war diese Zerstörung jedoch auch eine Gelegenheit, den Einfluss Japans zu beseitigen, der bis zu diesem Zeitpunkt noch verblieben war. Die für den Wiederaufbau nach dem Krieg vorgesehene Hilfe der sozialistischen Länder machte zu dieser Zeit einen erheblichen Teil der Haushaltseinnahmen Nordkoreas aus. Mit ihrer Hilfe wurden komplett neue Produktionsanlagen aufgebaut. Infolgedessen konnten die Kernproduktions- und Schwerindustrieanlagen Nordkoreas auf der Grundlage der neuesten Technologie der sozialistischen Länder gebaut und betrieben werden, abseits der früheren japanischen Produktionstechnologien. Dies diente als Grundlage für die Entwicklung des ersten Fünfjahresplans.
Bildung der nordkoreanischen Wissenschafts- und Technologiepolitik
Mit der Gründung der Akademie der Wissenschaften am 1. Dezember 1952 begannen die nordkoreanischen Wissenschafts- und Technologiebereiche ihre Arbeit aufzunehmen, wobei sie nun ihren eigenen Weg gingen, ohne dem sowjetischen Vorbild zu folgen.
Die Tatsache, dass die Akademie der Wissenschaften auch die direkte technische Beratung am Produktionsstandort übernahm, war ein einzigartiger Schritt im nordkoreanischen wissenschaftlichen und technologischen Bereich. Die Akademie beteiligte sich auch aktiv an Wiederaufbauprojekten der Nachkriegszeit. Es war vor allem den Umständen der damaligen Nachkriegszeit geschuldet, dass die gesamte nordkoreanische Bevölkerung am Wiederaufbau beteiligt wurde. Aber auch die nordkoreanische Führung, einschließlich Kim Il Sung, hatte die Unterstützung der Wissenschaftler und Arbeiter am Produktionsstandort stets betont. Die Feldarbeit wurde so neben den wissenschaftlichen und technologischen Forschungsarbeiten zu einer Kernaufgabe der Akademie.
Spätestens ab 1957 begannen die nordkoreanischen Wissenschafts- und Technologiebereiche, den sowjetischen Einfluss nachdrücklich abzulehnen. Nordkorea bereitete den »Zehnjahresplan für die wissenschaftliche und technologische Entwicklung (1957-1966)« in Abhängigkeit zur Sowjetunion zwar vor, entschied sich dann aber doch, seinen eigenen Weg zu gehen. Die damalige Entscheidung war Ausdruck eines aktiven Engagements, sich dem Einfluss der Sowjetunion zu entziehen.
Als Reaktion darauf rief die Sowjetunion Ende Oktober 1957 ihre Ingenieure wieder zurück, die in Nordkorea eingesetzt wurden. Daraus folgte ein Mangel an Arbeitskräften in der nordkoreanischen Wissenschaft und Technologie. Diesbezüglich war der Abzug der sowjetischen Ingenieure ein schwerer Schlag für die Umsetzung des ersten Fünfjahresplans, der auf der Priorität der Schwerindustrie und dem damit verbundenen Bedarf an Arbeitskräften in Wissenschaft und Technologie beruhte.
Ab Januar 1958 konnte die nordkoreanische Führung die Lücken, die die sowjetischen Ingenieure hinterlassen hatten, jedoch schließen, indem sie ein »lokales Forschungsprojekt« einführte, das ausgebildete Spezialisten und Ingenieure direkt an die Produktionsstandorte entsandte. Mit Hilfe dieses Projektes war es für die nordkoreanische Akademie der Wissenschaften möglich, auf die Situation der jeweiligen Produktionsstandorte viel flexibler reagieren zu können. Dies trug maßgeblich dazu bei, sich aus dem engen Korsett der sowjetischen Führungsrichtlinien zu befreien. Die Ausarbeitung spezifischer Gesetze für Wissenschaft und Technologie erfolgte dabei ganz unabhängig von der Situation oder Theorien anderer Länder, sondern war in erster Linie an die Bedingungen und Möglichkeiten der eigenen Produktionsstandorte geknüpft.
So wurden beispielsweise sukzessive solche Roh- und Brennstoffe, die nicht in Korea hergestellt werden konnten, oder nicht ausreichend vorhanden waren, durch in Nordkorea vorhandene Ressourcen ersetzt. Anstelle von Koks wurde zur Stahlherstellung eine Anthrazitkohle und anstelle von Öl ein Anthrazitkohlengas verwendet. Damit verstärkte sich die Bereitschaft, eine eigenständige wissenschaftliche und technologieorientierte Politik außerhalb des sowjetischen Einflussbereiches zu betreiben, und die Einführung lokaler Forschungsprojekte zu etablieren. Die Wissenschafts- und Technologiepolitik Nordkoreas war daher vor allem durch die Unabhängigkeit von Kraftstoffen, Rohstoffen und Technologien und die Förderung der aktiven Beteiligung der eigenen Bevölkerung geprägt.
Fazit
Unmittelbar nach der Befreiung befand sich der Stand der nordkoreanischen Technologie aufgrund der langjährigen Herrschaft des japanischen Imperialismus und der Teilung Nord- und Südkoreas in einer sehr schlechten Lage. Es fehlten nicht nur hochqualifizierte Ingenieure, sondern auch ausgebildete Fachkräfte. Zu dieser Zeit gab es in Nordkorea nur wenige technische Forschungsinstitute und Bildungseinrichtungen.
Daher mobilisierte die nordkoreanische Führung alle möglichen Mittel, um die Situation so schnell wie möglich zu verbessern. Diejenigen, die über wissenschaftliche und technische Kenntnisse verfügten und zur Zusammenarbeit bereit waren, wurden mit offenen Armen empfangen, ohne dass ihre frühere Karriere oder ihre Herkunft in Frage gestellt wurde. So wurden auch in Südkorea lebende hochqualifizierte Ingenieure ermutigt, nach Nordkorea umzusiedeln, um dort an den Universitäten zu lehren oder in den neu aufgebauten Wissenschaftslaboren zu forschen.
Nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden waren, eine stabile, zukunftsorientierte Schwerindustrie zu etablieren, war der Einfluss Japans weitgehend verschwunden, aber der Einfluss der Sowjetunion umso stärker. Die nordkoreanischen Austauschstudenten, die in die Sowjetunion entsandt wurden, waren gleichzeitig auch ein Kanal für den Import sowjetischer Wissenschaft und Technologien nach Nordkorea. So bestand ein Großteil der neu ausgestatteten Produktionseinrichtungen aus sowjetischen Produktionstechniken und Forschungsanlagen.
Die nordkoreanische Führung übernahm jedoch nicht einfach nur blind das sowjetische Modell, sondern begann, es spätestens Ende 1952 der nordkoreanischen Realität anzupassen und stetig zu verbessern. Die Einrichtung eines Forschungsinstituts für Ingenieurwissenschaften, das für professionelle wissenschaftliche Forschungstätigkeiten zuständig war und die Beteiligung des Instituts zur Unterstützung der Produktionsstandorte waren Teil der Bemühungen, eine wissenschaftlich-technologieorientierte Politik für die nordkoreanische Realität zu entwickeln.
Erst Ende 1957 begann Nordkorea sich dann dem sowjetischen Einfluss ausdrücklich zu entziehen. So wurde beschlossen, den »Zehnjahresplan (1957-1966) für die wissenschaftliche Entwicklung«, der fast ausschließlich auf der Zusammenarbeit mit der Sowjetunion beruhte, vollständig zu überarbeiten. Damit zog die sowjetische Regierung ab Ende 1957 auch ihrerseits die technische Unterstützung zurück. Als Gegenmaßnahme gingen die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften direkt zum Produktionsstandort und übernahmen die technische Unterstützung auf lokaler Ebene. Die Einführung lokaler Forschungsprojekte veranlasste die nordkoreanische Führung dazu, ihre Technologieforschung auf die Produktionsstätten selbst zu fokussieren. Dadurch wurde die Politik der nordkoreanischen Führung, sich vom Einfluss der Sowjetunion zu lösen und ihren eigenen Weg zu gehen, zu einer einzigartigen Gelegenheit für die
Entwicklung technologischer Aktivitäten in Nordkorea.
Infolgedessen war der Schwerpunkt von Nordkoreas Technologiepolitik nicht auf Laborforschung ausgerichtet, sondern auf die direkte praktische Anwendung in den Produktionsstätten. So entstand eine einzigartige nordkoreanische Technologieforschung, die schon frühzeitig durch ihre Unabhängigkeit von Kraftstoffen, Rohstoffen und fremden Technologien sowie die aktive Beteiligung der Bevölkerung gekennzeichnet war.
Übersetzt aus dem Koreanischen von Mina McNab, Lee Yujin, Yi Eunseo, Patrick Bogusch, Schulamit Kriener, Moritz Hänisch
- 1In diesem Artikel wird das generische Maskulinum der Originalübersetzung beibehalten.